MEMORBUCH

der juedischen Opfer von Deutschland und Oesterreich 1933-1939


Zwanzig Jahre nach der Veroeffentlichung der ersten Auflage hat das Deutsche Bundesarchiv eine weitere vierbaendige Ausgabe des Gedenkbuches der juedischen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 herausgegeben.

Diese Ausgabe sollte alle Opfer vom Beginn des Holocaust im Jahr 1933 sowie die Opfer der Pogromnacht (Kristallnacht), einschliesslich der Juden, die Selbstmord begangen haben (aus Verzweiflung), beinhalten.

Trotz der vielen Arbeit, die in die Herausgabe dieser Ausgabe investiert wurde, stellt sich heraus, dass immer noch die Namen vieler Opfer aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg nicht erfasst wurden. Wie in der urspruenglichen Ausgabe sind die uebermittelten Informationen sehr spaerlich.

Die Anzahl der Opfer zu Beginn des Holocaust und/oder in der Zeitspanne zwischen 1933 und dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, die in dieser Ausgabe erfasst werden, liegt bei ca. 3500- somit fehlen noch ca. 2000 Namen!

Das uns vorliegende Buch stuetzt sich auf Unterlagen, dessen Zuverlaessigkeit sehr zweifelhaft ist. Die Sterbeurkunden und Urkunden zur Todesursache beinhalten zum groessten Teil falsche Angaben. Den meisten Opfern, die ermordet wurden oder Selbstmord begangen haben, wurde ein unterschriebenes Dokument ausgestellt, in dem als Sterbeursache Herzstillstand, Kreislaufstoerungen, usw. angegeben wurde. Demzufolge wurden diese nicht in die Liste der Opfer in dem uns vorliegenden Buch aufgenommen, da sie ja nicht “ermordet” wurden. Die genannten Dokumente wurden von nicht befugten Personen oder von Aerzten ohne Gewissen unterschrieben.

Auch viele deutsche Juden, die in Uebergangslager vertrieben wurden und dort umgekommen sind, werden in dem Buch nicht erwaehnt, sowie die Juden, die in das Lager Gurs in Frankreich und von dort nach Auschwitz deportiert wurden. Weiterhin werden in dem Buch die Juden nicht aufgezeichnet, die in den juedischen Krankenhaeusern untergebracht waren und denen von 1939 an die Versorgung mit Medikamenten verwehrt wurde, da “es keine Medikamente fuer Juden gab” und die daraufhin eines “natuerlichen Todes” starben.

Somit sind, wie gesagt, ca. ein Drittel der in der genannten Zeitspanne Umgekommenen nicht aufgezeichnet.

Haette die Welt zu jener Zeit nicht geschwiegen, vielleicht haette der schreckliche Holocaust verhindert werden koennen.

Auf der Webseite http://www.kristalnacht.org/list erscheinen alle Namen, die das Gedenkbuch beinhaltet, sowie die Geburtsdaten.

Wir wollen das Gedenkbuch vervollstaendigen und ein wahres Memorbuch aller Umgekommenen vor dem Krieg herausgeben, das auch getrennt die in Oesterreich Umgekommenen beinhalten soll, besonders die Toten aus Dachau (Wien) nach der Pogromnacht.

Fuer die Herausgabe des Memorbuches benoetigen wir Spenden. Die Namen der Spender werden in angemessener Form in der Einleitung des Buches erwaehnt.

Bitte fuellen Sie den angefuegten Fragebogen ueber die in der genannten Zeitspanne Umgekommenen aus und schicken Sie ihn uns zu.

Unsere Adresse lautet:

Aschkenaz House, Postfach 7440, Jerusalem 91073 e-mail: synagog@netvision.net.il

Faxnummern: 02-6233226 02-6231810