Oberwart
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Erbaut
Built
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1904
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Erste Erwähnung der Gemeinde
First Mention of the Community
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1830
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Letzter Rabbiner
Last Rabbi
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Felix Blau
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Anzahl der Gemeindemitglieder
Number of Community Members
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1868 : 16
1880 : 75
1890 : 101
1932 : 236 ?
1934: 138
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1938-1945
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Enteignet und zu Feuerwehrhaus umgebaut
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Nach 1945
After 1945
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Feuerwehrhaus
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Heute
Today
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Musikschule
Music School
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1824
wurden erstmals drei Juden in Oberwart erwähnt. Nach 1840, als die
ungarische Regierung den Juden das Wohnrecht und den freien Handel in ganz
Ungarn einräumte, zogen viele Juden nach Oberwart, das zu jener Zeit ein
aufstrebender wirtschaftlicher Mittelpunkt in der Region war. Viele zugezogene
Juden stammten aus Schlaining (seit 1991 Stadtschlaining) und so wurde 1868 in
Oberwart eine Filialgemeinde der Kultusgemeinde Schlaining gegründet.
Diese schloss sich 1869, kaum konstituiert, dem neologischen ungarischen
Gemeindebund an. Die Gemeinde Oberwart verwaltete auch die jüdische
Bevölkerung der Orte Badersdorf, Großpetersdorf, Markt Allhau,
Oberschützen und Pinkafeld.
Die
Synagoge von Oberwart, die auch die Schule und die Wohnung des Schächters
beherbergte, wurde 1904 errichtet. Zur Einweihung kam der Oberrabbiner von
Steinamanger, Dr. Bela Bernstein. Ausserdem gab es im Bereich der Gemeinde
Oberwart noch zwei Bethäuser, möglicherweise in Pinkafeld und Bad
Tatzmannsdorf und ein weiteres privates Bethaus in Großpetersdorf im Hof
des Hauses Hauptstrasse 7. Die Israelitische Kultusgemeinde
Großpetersdorf war zwar eigenständig, aber der Oberwarter Gemeinde
angeschlossen und ihre Mitglieder waren Oberwart zugehörig. Die
jüdische Gemeinde in Grosspetersdorf hatte jedoch ihren eigenen Friedhof.
Im
Laufe der Zwischenkriegszeit änderte sich das Verhältnis zwischen
Oberwart und Schlaining insofern, als sich Schlaining, vorher die wichtigerer
der beiden benachbarten Gemeinden, rückentwickelte, während Oberwart
zusehends aufblühte. Ab 1905 gab es in Oberwart schon mehr jüdische
Gemeindemitglieder als in Schlaining selbst. In den Zwanziger Jahren war die
Gemeinde Oberwart bestrebt, sich als eigene Kultusgemeinde zu konstituieren.
1930 erhielt sie die amtliche Bestätigung als Kultusgemeinde und
Schlaining wurde als Tochtergemeinde angeschlossen. Bereits 1922 war der vorher
in Schlaining tätige Rabbiner Felix Blau nach Oberwart gezogen und dort ab
1924 tätig. In den Zwischenkriegsjahren legte die jüdische Gemeinde
in Oberwart einen eigenen Friedhof auf dem Gelände des Kommunalfriedhofes
an.
In
den Dreissiger Jahren verdienten sich die meisten jüdischen Familien ihren
Lebensunterhalt als Händler oder in der Warenproduktion. Einige arbeiteten
als Arbeiter, Angestellte oder in den freien Berufen, darunter
Rechtsanwälte und Ärzte. Die meisten Juden wohnten oder hatten ihre
Geschäfte in der Hauptstrasse.
Nach
dem Anschluss wurde das Gebäude der Synagoge von Oberwart beschlagnahmt.
Jeglicher Grundbesitz im Einzugsgebiet der IKG Oberwart wurden den lokalen
Ortsgemeinden einverleibt. Die Juden mussten ihre Geschäfte schliessen und
Oberwart in kürzester Zeit verlassen. Viele flüchteten nach Wien. Die
Oberwarter Synagoge wurde 1939 zu einem Löschgerätehaus der Feuerwehr
umgebaut, das es bis in die 1990er Jahre geblieben ist. Eine Gedenktafel wurde
an dem Gebäude angebracht. Die jüdische Schule wurde umgebaut und in
dem Gebäude Wohnungen eingerichtet. Heute ist in der ehemaligen Synagoge
eine Musikschule untergebracht. Der dabei erfolgte Umbau hat dem Gebäude
einiges von seinem ursprünglichem Aussehen wiederverliehen.
Literatur:
Johannes
Reiss: Geschichte der Juden und jüdische Geschichte im Burgenland. in:
Fritz Mayerhofer und Ferdinand Oppel: Juden in der Stadt
http://vhs.a-business.co.at/judgem/oberwart.pdf
Summary in English: