Schlaining
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Eingerichtet
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18. Jahrhundert
18th Century
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Erste Erwähnung der Gemeinde
First Mention of the Community
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Zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts
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Letzter Rabbiner
Last Rabbi
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Felix Blau
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Anzahl der Gemeindemitglieder
Number of Community Members
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1697 : 55
1735 : 45
1857 : 600
1920 : 59
1934 : 19
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Pogromnacht
Pogrom Night
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verwüstet
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Nach 1945
After 1945
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stand leer
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Heute
Today
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seit 1988 Bibliothek des Österreichischen Studienzentrums
für Friedens- und Konfliktforschung
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Die jüdische Gemeinde
in Schlaining (seit 1991 Stadtschlaining) wurde in der zweiten Hälfte des
17. Jahrhunderts gegründet. Die jüdischen Familien standen unter dem
Schutz der Familie Batthyány, die Wohnungen an etwa 55 bis 60
jüdische Familien vermietete. Aus einem Dokument der Herrschaft Schlaining
von 1750 geht hervor, dass 39 Familien das ordentliche Schutzgeld zu zahlen
hatten. Jede weitere Familie, die eine besondere Genehmigung zur Ansiedlung
haben musste, bezahlten zusätzlich ein extra Schutzgeld. Weiterhin mussten
die Juden Abgaben für ihren Weinausschank, Tabak-, Seifen- und
Kerzenhandel machen. Als der Anteil der jüdischen Bevölkerung in
Schlaining schnell stieg, mieteten sich die neuen Familien in die Wohnungen der
christlichen Bürger ein. Sie konnten kaum eigene Häuser kaufen.
Die Juden in
Schlaining besassen eine gewisse Autonomie in der Verwaltung ihrer
Gemeindeangelegenheiten. Die Gemeinde wählte ihren Vorsteher,
„Judenrichter“ genannt, sowie fünf Geschworene, die rechtliche
Angelegenheiten in der Gemeinde klärten. Sie bestraften kleinere
Straftaten und behandelten die Klagen der Christen gegen Juden. Zwei Kassierer
verwalteten die Finanzen der Gemeinde. Zum Jahresende mussten die
Rechnungsbücher der Herrschaft vorgelegt werden. Die Juden Schlainings
verdienten sich ihren Lebensunterhalt vorwiegend als Hausierer und
Weinhändler. Andere arbeiteten als Handwerker und Gewerbetreibende und
wenige als Kaufleute.
1715 hatte die
Gemeinde eine Synagoge. Ob es sich um den Standort des heute noch existierenden
Synagogengebäudes gehandelt hat oder die Synagoge woanders eingerichtet
wurde, ist uns nicht bekannt. Die uns bekannte Synagoge wurde im 18.
Jahrhundert eingerichtet. Der Synagoge war das Rabbinerhaus angeschlossen. Die
Gemeinde war bis zu ihrem Ende der Orthodoxie treu. 1864 renovierte der
Maurermeister Johann Lang aus Pinkafeld die Synagoge. Er hat wahrscheinlich
auch die Frauenempore dazugebaut. Als Rabbiner amtierte Felix Blau.
Wann die
jüdische Gemeinde ihren ersten Friedhof eingerichtet hat, ist nicht bekannt.
Der zweite Friedhof wurde in der Basteigasse angelegt und befindet sich heute
in Privatbesitz. Um 1902 richtete die Gemeinde einen neuen Friedhof ausserhalb
der Stadt ein, der heute noch erhalten ist.
1857 hatte die
jüdische Gemeinde Schlaining mit 600 Mitgliedern ihren höchsten Stand
erreicht. Danach nahm die Mitgliederzahl jedoch schnell ab, nachdem die
ungarische Regierung 1840 den Juden das Wohnrecht und den freien Handel in ganz
Ungarn eingeräumt hatte und viele Schlaininger Juden in wirtschaftlich
attraktivere Städte zogen. Über die Hälfte siedelte bis zum Ende
des 19. Jahrhunderts nach Oberwart oder Grosspetersdorf über. Als sich
1930 in Oberwart offiziell eine Kultusgemeinde gründete, wurde Schlaining
als Tochtergemeinde angeschlossen. Bereits 1922 war Rabbiner Felix Blau nach
Oberwart umgezogen.
Nach dem Anschluss
wurden auch in Schlaining die jüdischen Geschäfte arisiert. Viele
Juden flohen nach Wien. Das zurückgebliebene jüdische Eigentum
zwangsverkauften NSDAP-Angehörige aus Oberwart an die örtliche
Bevölkerung. Die Synagoge wurde in der Pogromnacht im November 1938
verwüstet.
Nach dem Zweiten
Weltkrieg stand das Gebäude der ehemaligen Synagoge leer. 1988 wurde es
renoviert und die Bibliothek des Österreichischen Studienzentrums für
Friedens- und Konfliktforschung in dem Haus eingerichtet. Eine Gedenktafel
wurde angebracht.
Literatur:
http://vhs.a-business.co.at/judgem/schlaining.pdf
Summary
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