Deutschkreutz – Zelem
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Erbaut
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1834
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Erste
Erwähnung der Gemeinde
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1671
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Letzter
Rabbiner
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Mosche
Grünwald
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Anzahl
der Gemeindemitglieder
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1730: 95 Familien
1857: 1200
1911: 764
1934: 433
1938: 420
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Schicksal
der Synagoge
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1941 von der SS gesprengt
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Heute
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Gedenkstein
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Bereits
seit dem 17. Jahrhundert standen die Juden in Deutschkreutz unter dem Schutz
des Fürsten Esterházy. Der Zustrom von Opfern der Vertreibung von
1671 unter Kaiser Leopold I. führte zur Etablierung der Judenschaft
von Deutschkreutz als Gemeinde Zelem. In jüdischem Kontext wurde immer der
hebräische Name Zelem (bedeutet Abbildung) für Deutschkreutz
substituiert, um der Assoziation mit dem christlichen Kreuz zu entgehen. Der
Schutzbrief, der Fürst Michael Esterházy in Jahr 1720 ausstellte, war
das großzügigste Dokument, das burgenländische Juden bekommen
konnten. Es enthielt religiöse und politische Unabhängigkeit mit
einem Minimum an Auflagen. Unter diesen Bedingungen konnte die Zelemer Gemeinde
aufblühen. Im Jahr 1857 erreichte die Zahl der Zelemer Juden mit 1200
ihren höchsten Wert, 38% der Deutschkreutzer Gesamtbevölkerung
entsprechend. Ab 1880 stabilisierte sich die Anzahl der Juden auf 400-500. Die
jüdische Bevölkerung lebte im Ortszentrum, hauptsächlich in der
Hauptstrasse (Judengasse genannt), Mittelgasse, Reitschulgasse und Neugasse.
Die
Kultusgemeinde Deutschkreutz bekannte sich zur ungarischen Trennungsorthodoxie
und war auch für die Orte Baumgarten, Girm, Loipersbach, Mörbisch,
Schattendorf und Unterpetersdorf zuständig. Sie unterhielt ausser der
Synagoge eine jüdische Volksschule – die Talmud Thora - und eine Jeschiwa
für bis zu 30 junge Männer. Die erste Synagoge von Deutschkreutz
wurde 1747 errichtet. 1834 wurde sie durch eine neue ersetzt. Die neue Synagoge
lag im Zentrum des Dorfes und überragte die umliegenden Häuser. Eine
Besonderheit war die üppige Deckenbemalung. Langjähriger Kantor von
Deutschkreutz war Ruben Goldmark, dessen Sohn Carl als Komponist Weltruhm
erringen sollte.
Wie
in einigen anderen burgenländischen Gemeinden bezeugt auch in Zelem eine
Jeschiwa und eine lange Kette von Rabbinern die jüdische Tradition und das
Thora-Studium im Burgenland. Der berühmteste unter den Rabbinern von
Deutschkreutz war Rabbiner Menachem Katz. Er war fünfzig Jahre lang
Rabbiner und Rosch Jeschiwa. Als Schüler des Chatam Sofer, Mosche Sofer,
zog er etliche Studenten nach Zelem und nach dem Tod des Ktav Sofer, Mosche
Sofers Sohn, kamen zahlreiche Studenten von Preßburg nach Deutschkreutz,
um unter Rabbi Menachem ihr Thora-Studium im Geiste des Chatam Sofer
weiterzuführen. Rabbi Menachems Schwiegersohn, Rabbiner David Friedmann
übernahm zunächst die Leitung der Jeschiwa und nach dem Tod seines
Schwiegervaters im Jahr 1891 auch das Rabbinat von Deutschkreutz. Nach David
Friedmanns Tod 1905 wurde sein Schwiegersohn Mordechai Rottenberg von der
Gemeinde zum Rabbiner gewählt, trat dieses Amt aber aus bis heute
unerfindlichen Gründen nicht an. Anstatt dessen kam 1906 Rabbiner Elieser
David Grünwald, der sich in Zelem großer Beliebtheit erfreute. Nur
schweren Herzens ließ ihn die Gemeinde nach sechs erfolgreichen Jahren
nach Wisswe (Viseul de Sus) in der Gegend von Marmarosch ziehen. Ihm folgte
sein Neffe Jakow Jecheskiel Grünwald, der die Gemeinde von 1912-1923
betreute. Nachdem auch dieser einen anderen Posten angenommen hatte, war Zelem
wieder auf der Suche nach einem Rabbiner. Obwohl die Gemeinde zu diesem
Zeitpunkt weder besonders groß war noch ein herausragendes Rabbinergehalt
anbot, gab es zahlreiche Anwärter auf den Posten. Der Grund dafür war
der gute Ruf der Zelemer als Thora-treue Juden und die damit verbundene
Möglichkeit, in ungestörter Weise die Jeschiwa weiter auszubauen. Zum
Rabbiner wurde schliesslich Josef Elimelech Kahana aus Rossnowitz gewählt.
So lag von Beginn des 20. Jahrhunderts an bis 1938 die Leitung der Gemeinde und
der Jeschiwa von Deutschkreutz fast ausschließlich in den Händen der
Familie des Rabbi Mosche Grünwald, der Zelems letzter Rabbiner war.
Kurz
nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland wurden die Juden aus Deutschkreutz innerhalb von kürzester Zeit vertrieben.
Sie wurden in Autos nach Wien transportiert und durften nur soviel mitnehmen,
wie sie tragen konnten. Die Synagoge wurde 1941 von der SS gesprengt. Nach dem
Krieg wurde der Platz der ehemaligen Synagoge eingezäunt und ein
Gedenkstein aufgestellt.
Literatur:
Zur
Geschichte der Juden im Burgenland. Österreichisches Jüdisches Museum
Eisenstadt 1993
M(oshe)
A(lexander) Z(ushe) Kunstlicher, & S(hlomo) Y(ehuda) Spitzer: The History
of the Jewish Community of Zelem (Deutschkreutz ) and its Sages. Bne-Brak 1999
Shlomo
Spitzer: Die jüdische Gemeinde von Deutschkreutz. Wien 1995.
Philip
V. Bohlman: Deutschkreutz – Zwischen den Grenzen. http://www.oejudmus.or.at/museum/musym/bohlman3.htm
Summary in English: