Güssing
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Erbaut
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1837
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Erste
Erwähnung der Gemeinde
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15.
Jahrhundert
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Letzter
Rabbiner
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Jakob
Grünfeld
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Gemeindemitglieder
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1840:
520
1934:
74
1938:
100
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Schicksal
in der NS-Zeit
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als
Turn- und Festhalle missbraucht
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Nach
1945
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1953
abgerissen
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Heute
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Errichtung
des neuen Rathauses auf dem Platz der ehemaligen Synagoge
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Seit
dem 15. Jahrhundert lebten Juden in Güssing. Ähnlich wie Fürst
Esterházy nahm auch Fürst Phillip Batthyány
Juden unter seinen Schutz, so auch die Gemeinde Güssing. Zwischen
1728-1732 kam es zu einer Initiative etlicher Rechnitzer Juden, die bei
Fürst Battyány vorsprachen, um für sich eine Ansiedlung in
Güssing zu erwirken. Der Übereinkunft folgte ein stetiges Wachstum
der Gemeinde, die ursprünglich acht bis elf Familien, etwa 80 Personen,
umfasste. 1750 waren es 274 Mitglieder. Um 1800 gab es bereits 500 Juden in
Güssing, 1858 750, was 40,5% der Ortsbevölkerung entsprach. Anfang
1938 war die Gemeinde jedoch wieder auf 140 Mitglieder geschrumpft.
Schon
vor 1750 gab es in Güssing eine Synagoge. 1837/1838 wurde eine neue
Synagoge errichtet. „Das Gebäude war – wie ein zeitgenössischer
Bericht erwähnt – aus solidem Material von Grund auf neu erbaut und mit
Ziegel eingedeckt. Es handelte sich um einen rechteckigen Bau mit Satteldach
und einer repräsentativen Fassade. An der Längsseite waren sechs hohe
Rundbogenfenster, von Doppelpilastern umgeben. Der Raum hatte eine Flachdecke
mit klassizistischen Motiven, der Thoraschrein war von mächtigen
Rundsäulen flankiert.“ (Genée) Die Synagoge wies an drei Seiten
eine Frauengalerie auf. Seit 1855 gab es in Güssing eine jüdische
Schule, in der ausser den landesüblichen Fächern Thora, Hebräisch
und die jüdischen Gebete gelehrt wurden; die Unterrichtssprache war
deutsch. Unterhalb des Schulgebäudes befand sich die Güssinger Mikwe.
Die Güssinger Gemeinde entschied im Jahre 1868/1869, sich der neologischen
„Israelitischen Landeskanzlei“ anzuschliessen. Jakob Grünfeld war in
Güssing Rabbiner von 1905 bis 1938. Zur Kultusgemeinde Güssing
gehörten die Bezirke Güssing und Jennersdorf.
Nach
dem Anschluss 1938 wurden die Juden in Güssing gequält und beraubt.
Einige wurden in Autobussen in Richtung Jugoslawien abtransportiert, andere
konnten nach Wien fliehen. Die Synagoge wurde von den Nazis als Turn- und
Festhalle umfunktioniert, Fotos belegen die widerliche Schändung. 1953
wurde das Gebäude abgerissen und auf dem Platz der ehemaligen Synagoge das
neue Rathaus errichtet.
Literatur:
Berth
Rothstein: Der "Bela von Güssing" aus dem Burgenland
(Österreich) erzählt seine 70jährige Lebensgeschichte (1918 –
1988), Wien, 1989
Gerhard
W. Salzer-Eibenstein: Die Geschichte des Judentums in
Südostösterreich von den Anfängen bis ins 20. Jh. in: Geschichte
der Juden in Südost-Österreich. Graz 1988
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