Synagogen in Ostereich / Synagogues in Austria


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Kobersdorf

 

Erbaut

Built

1860

Erste Erwähnung der Gemeinde

First Mention of the Community

1529

Letzter Rabbiner

Last Rabbi

 

Anzahl der Gemeindemitglieder

Number of Community Members

1569 : 18 Familien

1735 : 184

1828 : 776

1880 : 334

1900 : 327

1910 : 256

1934: 172

Pogromnacht

Pogrom Night

verwüstet

devastated

Heute

Today

steht leer und wird renoviert

 

1526 fanden aus Ödenburg vertriebene Juden Zuflucht in Kobersdorf und so konnte sich eine jüdische Gemeinde in dem Ort gründen. 1569 lebten in Kobersdorf 18 jüdische Familien, die in sieben Häusern wohnten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass  die Gemeinde zu jener Zeit eine Synagoge, einen Friedhof und ein Gemeindegericht eingerichtet hatte. 1671 wurden auch die Kobersdorfer Juden Opfer des Ausweisungsbefehls des Kaisers Leopold I. Einige Zeit später konnten die Juden unter dem Schutz des Fürsten Esterházy nach Kobersdorf zurückkehren und wurden Teil der Schewa Kehillot. Kobersdorf gehörten auch die jüdischen Gemeinden in Oberpetersdorf, Oberrabnitz, Weppersdorf, Kaisersdorf, Weingraben, Draßmarkt, Karl, Lindgraben, St. Martin und Neudorf an.

Die Kobersdorfer Juden wohnten in der Schlossgasse und in der Neugasse. 1857 brannte die alte, zu klein gewordene Synagoge nieder. Rechtzeitig zum Pessachfest 1860 wurde die neue Synagoge feierlich eingeweiht. Das Gotteshaus wurde im Stil des Historismus erbaut. Damals war die Hälfte der Bevölkerung Kobersdorfs, etwa 600 Personen, jüdisch. Einige Minuten von der Synagoge entfernt im Kobersdorfer Wald legte die Gemeinde in der Mitte des 19. Jahrhunderts einen Friedhof an. Bis 1938 wurden hier 1200 Gräber angelegt. Er war der einzige Waldfriedhof im Burgenland.

Kobersdorf war unter den ‚Sieben Heiligen Gemeinden’ als beliebter Kurort bekannt und die Gemeinde betreute im Sommer viele orthodoxe jüdische Gäste. Während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Mitgliederzahl der Gemeinde stark ab und betrug um die 330 Personen. Ende des 19. Jahrhunderts gab es eine Jeschiwa unter der Leitung des Rabbiners Abraham Zwebner-Schag.

Anfang des 20. Jahrhunderts nahm die Mitgliederzahl nochmals ab und 1934 wohnten 172 Juden in Kobersdorf, was 13% der Gesamtbevölkerung ausmachte. Nach dem Anschluss 1938 wurden die Juden aus Kobersdorf vertrieben, die meisten nach Wien, von wo aus sie versuchten, ins Ausland zu gelangen. Während des Novemberpogroms wurde die Synagoge im Inneren verwüstet und geplündert und die Fenster zerschlagen.

Die Synagoge steht heute noch. In den letzten Jahren gab es einige Fortschritte in den Bemühungen, den Synagogenbau zu restaurieren.

 

 

Literatur:

Magnus, Naama, Die Synagoge von Kobersdorf, in: DAVID, 11. Jhrg. Nr. 43 Dez. 1999

Magnus, Naama: Klaus-Nachrichten

Bohlman, Philip V.: Kobersdorf – Spannungsfeld zwischen geistlicher und weltlicher Musik. In: Zweistromland –die Vielfalt der jüdischen Klanglandschaften im europäischen Grenzgebiet, Internetseite des Österreichischen Jüdischen Museums in Eisenstadt (http://www.ojm.at/artikel/zweistromland04)

http://vhs.a-business.co.at/judgem/oskobersdorf.pdf

http://www.ojm.at/gemeinden/kobersdorf

 

 

 

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