Neulengbach
Grossweinberg 2

Ehemaliges
Bethaus in Neulengbach, 19 Jh.
In Neulengbach siedelten sich ab
1310 einige jüdische Familien an. Sie richteten ihre Betstätte in
einem kleinen Gebäude im Hof des Hauses Wienerstraße 37 ein. Die im
gotischen Stil erbaute Synagoge ist heute noch erhalten. 1674 wird in einem
Inventurbuch des Ortes Neulengbach eine Synagoge erwähnt.
1890 lebten 38 Juden in Neulengbach.
Die Gemeinde gehörte der 1892 gegründeten Israelitischen
Kultusgemeinde St. Poelten an. Für
1910 können 36 Juden nachgewiesen werden, von denen 8 in dem der Gemeinde
Neulengbach angeschlossenem Ort Gross-Weinberg und 4 in der Katastralgemeinde
Haag wohnten. 1921 wurde ein Betraum in einer Bauernstube bei Deix in
Gross-Weinberg eingerichtet. Die Betstätte befand sich auf dem
Grundstück Gross-Weinberg Nr. 2. Bereits 1871 wurde bei der alten
Gerichtsstätte an der Grenze der Katastralgemeinde Au gegen Almersberg ein
jüdischer Friedhof errichtet, der im Zweiten Weltkrieg größtenteils
zerstört wurde.
Die Neulengbacher Juden, die sich
nicht mehr in Sicherheit bringen konnten, wurden von den Nazis deportiert.
Literatur:
- Genée,
Pierre, Synagogen in Österreich, Wien, 1992
- Gold,
H., Geschichte der Juden in Österreich, Tel Aviv, 1971
-
Dr. L. Moses, Die Juden in Niederösterreich, Wien, 1935
Summary in English:
Several Jewish families settled in Neulengbach as early as
1310.They established a prayer hall in a small building in the yard of a house
at 37, Wienerstraße. This
synagogue, which was built in Gothic style, still exists today. The existence
of a synagogue was mentioned in an inventory register of the Neulengbach area
written in 1674.
Thirty-eight Jews lived in Neulengbach in 1890. Records
indicate that there were 36 community members in 1910, eight of whom lived in nearby
Grossweinberg, whose Jews were affiliated to the
Neulengbach community. Another four community members lived in Haag. In 1921, a
prayer hall was established in a peasant house near Deix in Grossweinberg. The prayer
hall’s address was plot 2, Grossweinberg.
A Jewish cemetery was inaugurated in 1871, but most of it
was destroyed during World War II.
The Neulengbach Jews who could not save themselves were
deported by the Nazis.