Synagogen in Ostereich / Synagogues in Austria


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Hohenau

 

Dammgasse (Hausnummer ? 314-316 oder 315.)

 

1924

 

Erbaut

Built

1899

Letzter Rabbiner

Last Rabbi

Dr. Israel Taglicht (Wien)

Erste Erwähnung der Gemeinde

First Mention of the Community

1869

Angeschlossene jüdische Gemeinden

Affiliated Jewish Communities

Niederabsdorf, Hausbrunn, Palterndorf, Rabensburg

Anzahl der Gemeindemitglieder

Number of Community Members

1869-13 Familien

 

Pogromnacht

Pogrom Night

nicht beschädigt

not damaged

Nach 1938

After 1938

1939 abgerissen

Demolished 1939

Bis heute

Until today

Leerer Platz/Erinnerungstafel

Empty site/commemorative plaque

 

Im 17. Jahrhundert lebten etwa 20 jüdische Familien in Hohenau. 1638 wurde eine Gemeinde-Synagoge, die sog. Judenschule, urkundlich erwähnt. Das Bethaus befand sich gegenüber des jüdischen Viertels im südlichen Teil des Waldamtes. 1669 wurden die Hohenauer Juden- wie alle österreichischen Juden- unter dem Ausweisungsbefehl des Kaisers Leopold I. vertrieben.

 

Erst gegen Ende der Sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts ließen sich Juden wieder in Hohenau nieder. Die ersten jüdischen Bewohner stammten aus Südmähren und der Slowakei. Die jüdische Gemeinde richtete ihre Betstube im Haus Nr. 72, dem Gasthaus Fronek, ein. Ab 1880 wurde im Haus Nr. 354 gebetet, welches sich im Besitz Kobi Fürsts befand. 1879 eröffnete die Gemeinde ihren eigenen Friedhof in der Wachtelgasse. Bis zur Errichtung der Begräbnisstätte hatte die Gemeinde ihre Toten in der benachbarten Slowakei bestattet.

1899 wurde nach den Plänen des Wiener Architekten Max Fleischer in der Dammgasse zwischen den Häusern Nr. 314 und Nr. 316 die Hohenauer Synagoge errichtet. Über dem Eingang des Bethauses standen zwei mächtige Steintafeln mit den Zehn Geboten. Die jüdische Gemeinde in Hohenau schloss sich der 1890 gegründeten Israelitischen Kultusgemeinde Mistelbach an und wurde von Rabbinern aus Wien, unter ihnen Rabbiner Dr. Israel Taglicht, betreut.

Skizze der Synagoge 1899

 

 

Die Pogromnacht zum 10. November 1938 überstand die Synagoge als eine der wenigen in Österreich unbeschadet, wurde aber im Jahr 1939 von den Nazis abgerissen. Lediglich die beiden Gesetzestafeln sind erhalten geblieben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte ein einziger Jude, Alfred Löbl, nach Hohenau zurück. Haus und Geschäft wurden ihm zurückerstattet. Der restliche jüdische Besitz wurde von der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, der Rechtsnachfolgerin der jüdischen Gemeinde Hohenau, verkauft. Heute erinnern Mahntafeln an die Existenz und das Schicksal der jüdischen Gemeinde in Hohenau.

Literatur:

- Genée, Pierre, Synagogen in Österreich, Wien, 1992

- David, Jüdische Kulturzeitschrift in Österreich

- R. F. Zelesnik (Hrsg.), Anton Schultes Heimatbuch der Marktgemeinde Hohenau a.d. March, Hohenau, erweiterte Neuauflage

 

 

Summary in English:

 

Approximately 20 Jewish families lived in Hohenau in the 17th century. Records from 1638 mention a community synagogue referred to as the “Judenschule (Jewish school). In 1669, the Jews of Hohenau, like all the Jews of Austria, were driven out in accordance with an expulsion order from Emperor Leopold I.

 

It was not until the 1860s that Jews settled again in Hohenau. The village’s first modern-day Jewish residents came from south Moravia and Slovakia. A prayer hall was established in the Fronek inn. Beginning in 1880, religious services were held at house number 345, the property of Kobi Fürst. In 1879, the Hohenau community inaugurated its own cemetery on the Wachtelgasse. Before then, Hohenau’s Jews had buried their dead in a Jewish cemetery in neighboring Slovakia.

 

In 1899, the Hohenau synagogue was build at 314-316 Dammgasse. Two large stone tablets engraved with the Ten Commandments were placed above the entrance. The Hohenau community later joined with the Jewish congregation in Mistelbach (founded in 1890). Thereafter Hohenau was served by rabbis from Vienna, among them Dr. Israel Taglicht.

 

The Hohenau synagogue was one of the very few to survive, undamaged, the Pogrom Night of November 9/10, 1938. The building was, however, demolished by the Nazis in 1939. Only the two tablets bearing the Ten Commandments have been preserved.

 

After World War II, only one Jew, Alfred Löbl, returned to Hohenau. His house and store were returned to him. The remaining Jewish property in the village was sold by the post-war Jewish congregation of Vienna, the legal successor of the Hohenau community. Today, a commemorative plaque in the village recalls the existence and the fate of Hohenau’s Jews.